Presseartikel

Super Sonntag vom 10.10.2010

Ein Lauf ohne Grenzen
Botenläufer absolvieren große Tour nach Ungarn

Wittenberg (wg). Der Höhepunkt im Vereinsleben der Botenläufer der Lutherstadt Wittenberg wird vom 16. bis zum 24. Oktober der Lauf in die ungarische Partnerstadt Bécéscsaba sein. Die Strecke verläuft auf 1.200 Kilometern durch die Tschechische Republik, die Slowakische Republik und endet in Ungarn. “Damit danken wir im 20. Jahr der Deutschen Einheit den Ungarn für ihr besondere Engagement“, erklärt Eckhard Moritz, Vorsitzender der Botenläufer. Die Ungarn seien die ersten gewesen, die im Sommer 1989 durch die Grenzöffnung nach Österreich dafür sorgten, dass der Eiserne Vorhang zerfiel. “Damit haben die Ungarn, aber auch andere Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes dazu beigetragen, dass die friedliche Revolution und das weitere Zusammenwachsen Europas gelingen konnte“, sagt Moritz.
“Wir haben viele neue, junge Mitglieder in unseren Reihen und die wollen eine größere Herausforderung anpacken“, so Moritz. 49 Vereinsmitglieder beteiligen sich an diesem Lauf, darunter neun Kinder unter 14 Jahren. “Bei uns sind inzwischen drei Generationen aktiv, von den Großeltern bis zu den Enkeln“, freut sich Moritz. Gelaufen wird in fünf Gruppen, die Tagesetappe umfasst im Durchschnitt 200 Kilometer, so dass pro Gruppe circa 40 Kilometer zu absolvieren sind.
Die Vorbereitungen waren intensiv und wurden von Bernd Güldner geleitet: “Wir haben die gesamte Strecke erkundet, jeder Läufer bekommt einen detaillierten Plan, denn wir laufen auf verkehrsberuhigten Wegen.“ Der erste Abschnitt bis Decin ist kein Problem, denn da hilft der Elberadweg, den die Botenläufer bereits 2004 absolviert haben. Weitere Stationen sind Pardubice und Uherske Hradiste in der Tschechischen Republik sowie Sahy in der Slowakischen Republik. Erste Station in Ungarn ist Kecskemét, von dort führt die letzte Etappe direkt nach Békéscsaba. Unterwegs stehen auch Besichtigungen auf dem Programm wie ein Besuch der Festung Königsstein. “Unser Städtepartnerschaftslauf wird vom Auswärtigen Amt gefördert“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Sowohl in der ungarischen Partnerstadt als auch an den Etappenzielen überreichen die Botenläufer je einen Lutherbotschafter von Kunstprofessor Ottmar Hörl. “Mit den Lutherfiguren wollen wir die
Kunde der Lutherdekade und des Reformationsjubiläums 2017 in den eu-ropäischen Ländern weiter verbreiten“, betont Moritz.
Schließlich berufen sich die Botenläufer auf eine 500 Jahre alte Tradition, denn schon zu Luthers Zeiten überbrachten sie Botschaften in alle Himmelsrichtungen. “Wir werden überall mit offenen Amen empfangen und die Übergabe der Lutherbotschafter erfolgt jeweils in einem würdigen Rahmen“, versichert Cheforganisator Güldner. Nur beim katholischen Abt in Velehrad in Tschechien holte man sich eine Abfuhr, dort war der Gruß aus dem protestantischen Wittenberg unerwünscht. “Da half auch nicht der Hinweis, dass wir 1993 nach Rom gelaufen sind und im Vatikan empfangen wurden“, schmunzelt Güldner. Der Start erfolgt am Samstag, dem 16. Oktober, um 9 Uhr an der Schlosskirche. Am 21. Oktober werden die Botenläufer am Ortseingang von Bé-késcsaba empfangen und gemeinsam mit ungarischen Sportlern durch die Stadt zum Rathaus laufen, wo sie vom gerade wieder gewählten Bürgermeister Hanó Miklós erwartet werden. In Békéscsaba werden die Botenläufer aber auch von Lutherstädtern erwartet – von Joachim Richter, Vorsitzender des Partnerschaftsbeirates, von Schülern der Kreismusikschule, von Auszubildenden des BBW, von Konfirmanden der Stadtkirchengemeinde sowie Mitgliedern der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft.
Dann weilen mehr als 100 Lutherstädter in der ungarischen Partnerstadt, die aus diesem Anlass einen “Wittenberg Tag“ veranstaltet. Mit im Gepäck haben die Gäste unter anderem 100 Liter Luther-Bier sowie Wasser aus einem Röhrwasserbrunnen: Damit wird symbolisch die bereits 2006 in Bécéscsaba gepflanzte Freundschaftseiche gegossen.

Sechs Botschafter gehen auf Reisen

Empfang der Lutherbotschafter

Empfang der Lutherbotschafter

Super Sonntag vom 26.09.2010
Foto: Antje Weiß

Botenläufer unternehmen einen Städtepartnerschaftslauf durch das offene Europa ohne Grenzen

Eckhard Moritz nimmt vor dem Alten Rathaus für die Botenläufer sechs Lutherbotschafter in Empfang. Luther-Darsteller Bernhard Naumann ist zufrieden. Wittenberg (aw). 20 Jahre nach der Wiedervereinigung wollen die Wittenberger Botenläufer mit einem Lauf quer durch ein offenes Europa die Kunde der Lutherdekade auch mit sechs Lutherbotschaftern im Gepäck verbreiten. “Die Installation von Ottmar Hörl hat dazu beigetragen, die Lutherdekade und das 500. Reformationsjubiläum im Jahre 2017 international bekannt zu machen“, sagt Eckhard Moritz, Vorsitzender der Botenläufer Wittenberg, “und auch wir wollen mit unserem Lauf dazu beitragen. Hörls Lutherbotschafter nehmen wir als wichtiges Symbol mit.“ Moritz freut sich besonders darüber, dass die Bundesregierung die Aktion der Botenläufer nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützt: Das Auswärtige Amt schickte einen Zu- wendungsbescheid, mit dem auch die Lutherbotschafter fin-anziert werden konnten.
“Ich bin begeistert über das Engagement der Wittenberger Botenläufer”, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, “das Vorhaben passt vorzüglich in den Förderschwerpunkt Reformationsdekade im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.” Der Städtepartnerschaftslauf im Oktober verläuft durch die Tschechische Republik, die Slowakische Republik und endet nach 1100 km in der ungarischen Partnerstadt Bekescsaba. In den sechs Städten, die angelaufen werden, wird je ein Lutherbotschafter an den jewiligen Bürgermeister übergeben. Die Läufer haben auch eine Grußbotschaft des Wittenberger Oberbürgermeisters Eckhard Naumann dabei, der sich sehr über das langjährigen Engagement des Vereins freut und bereits auf die von der langen Reise mitgebrachten Geschichten gespannt ist.

Gestaltung und Technische Umsetzung: www.systemhaus-wittenberg.de